Mit  Mafia III erscheint im Herbst 2016 ein Actionspiel für PS4, Xbox One und PC, auf das sich schon jetzt viele Spieler freuen. Schließlich waren die Vorgänger gerade hinsichtlich Erzählweise und Präsentation echte Schmuckstücke. Mit der Entwicklung des neuen Teils wurde erstmals das zu 2K Games gehörende Studio Hangar 13 beauftragt, bei dem auch der Deutsche Matthias Worch arbeitet. Benedikt hat den Design Director von Mafia III über das 60er-Jahre-Szenario, die Neuerungen und die besondere Herausforderung, Open-World-Spiele zu erschaffen, ausgefragt.

Von Benedikt Plass-Fleßenkämper

spielejournalist.de:  Mafia III ist im Jahr 1968 angesiedelt. Dürfen wir uns auf Flower-Power und Hippies freuen?

Matthias Worch: Eine der Stärken der Mafia-Serie ist es, den Spieler in eine bestimmte Zeit und an einen bestimmten Ort zu versetzen. Deshalb haben wir uns für Mafia III alle kulturellen Strömungen der 60er Jahre genau angesehen und lassen sie in die Welt und Story einfließen. Flower-Power darf da natürlich nicht fehlen. Der Spieler wird Beispiele des Lifestyles sehen und miterleben, wie sich Amerika damals mit dem Vietnamkrieg auseinandersetzte. Eng verwandte Themen, etwa die psychedelische Bewegung, werden ebenfalls thematisiert. Anlässlich unserer ersten Demo im letzten Jahr zeigten wir zum Beispiel eine Opium-Drogenhöhle, die der Mafia nahesteht.

Was macht Mafia III anders, was ähnlich wie die gefeierten Vorgänger?

Genau wie in den früheren Spielen legen wir besonderen Wert auf eine anspruchsvolle Geschichte mit starken Charakteren und erinnerungswerten Missionen. Da geben Zeitraum und Schauplatz viel her. New Bordeaux, unsere fiktive Stadt in den Südstaaten der USA, ist als Ort einmalig. Es gibt Touristengebiete um das berühmte French Quarter, wo sich Musikclubs, Jazzbars und anrüchigere Aktivitäten aneinanderreihen. Es gibt auch Industriegebiete, die den Status New Bordeauxs als Knotenpunkt der Industrie darstellen. Und dann ist da noch die Bayou – der Sumpf, der die Stadt umrundet, in dem zum Beispiel die Dixie-Mafia beheimatet ist. Genau so wie die Alligatoren! Gleichzeitig wollen wir die Schwächen von Mafia I und II ausmerzen. Das bedeutet für uns vor allem, in Mafia III die offene Spielwelt auszunutzen und voll in das Spielgeschehen einzubinden. In New Bordeaux wimmelt es von Begebenheiten, die mit der Mafia in Verbindung stehen.

Matthias Worch ist Design Director von "Mafia III".

Matthias Worch ist Design Director von “Mafia III”. Er hat im Laufe seiner Karriere bereits an Titeln wie “Unreal 2” oder “Dead Space 2” mitgearbeitet.

Was ist für dich als Design Director die größte Herausforderung bei der Entwicklung eines Open-World-Spiels?

Für mich sind Open-World-Games deshalb spannend und unterhaltsam, weil sie mir sehr viel spielerische Freiheit geben und es mir erlauben, den Spielverlauf genau so zu gestalten, wie ich es möchte. Wir haben eine Menge Arbeit in die Kernmechaniken gesteckt, um dies zu erreichen und uns immer bemüht, Story und Spielgeschehen im Einklang zu halten. Zudem ist der Umfang des Spiels eine echte Herausforderung. Mafia III komplett zu testen, braucht eine Menge Zeit, macht aber natürlich auch eine Menge Spaß. Ich glaube, dass wir ein Erlebnis geschaffen haben, das viele Spieler begeistern wird.

Wie viele Leute arbeiten an Mafia III insgesamt, wie weit seid ihr mit dem Spiel und worauf bist du besonders stolz?

Mafia III kommt am 7. Oktober ungekürzt und komplett in Deutsch heraus. Diese Veröffentlichung ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und das gemeinsame Werk eines Teams, das sowohl in Kalifornien als auch in Tschechien viele Jahre Herzblut in Mafia III gesteckt hat. Ich freue mich aus vielen Gründen darauf, dass das Spiel bald in aller Hände sein wird: Die Geschichte wird filmreif erzählt und hat stark gezeichnete Charaktere, die mir viel bedeuten. New Bordeaux hat seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charme. Zudem hat das eigentliche Spielgeschehen einen großen Sprung gemacht: Alle Möglichkeiten und Fähigkeiten sind erstklassig in Szene gesetzt, und alle Situationen können verschieden angegangen werden.

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