Ihr werdet es sicherlich schon bemerkt haben: Mein einst beschauliches, Anfang 2013 gestartetes Privatblog ist mittlerweile zu einer ansehnlichen Website erwachsen, die sich in zeitlosen, in der Regel sehr subjektiven und kritischen Texten mit der digitalen Spielkultur und angrenzenden Medienbereichen wie Film und Literatur befasst. Und längst schreibe nicht nur ich hier, sondern darf einige versierte Autoren zum spielejournalist.de-Team zählen.

Von Benedikt Plass-Fleßenkämper

Wie aus “plassmag” das heutige “spielejournalist.de” wurde

Kurzer Rückblick: Anfangs hieß spielejournalist.de noch plassmag, hatte ein ziemlich schlichtes WordPress-Standard-Design, und ich nutzte das Blog primär, um über Dinge zu schreiben, die mir persönlich wichtig sind: Zum Beispiel über das Leben als Spielejournalist mit all seinen Höhen und Tiefen, über Spiele im SPIEGEL oder über legendäre Kaffee-Verschütter auf den Laptop von Peter Molyneux. Und noch so einiges mehr.

Durch einen Zufall ergab es sich dann Ende 2014, dass mir die schöne Domain spielejournalist.de zum Kauf angeboten wurde. Nicht gerade zum Spottpreis, aber ich griff trotzdem zu. Denn das Bloggen machte mir einfach viel Spaß, außerdem stiegen die Zugriffszahlen der Website  kontinuierlich an. Und hey, der Name ist einfach zu gut: Ich bin seit 1999 – nicht nur, aber doch zu einem großen Teil – ein Journalist, der über Spiele schreibt. Passt also. Noch wusste ich damals nicht, was ich mal mit spielejournalist.de anstellen würde.

Das kristallisierte sich dann im Verlauf des vergangenen Jahres fast von alleine heraus. Als Inhaber einer Medienagentur, freier Journalist und mehrfacher Familienvater fehlt mir schlichtweg die (Frei)Zeit, um mich diesem Blog mit voller Kraft und Leidenschaft zu widmen. Das jedoch ist mehr als schade, denn es gibt noch so viele Themen aus der Welt der digitalen Spiele, die es wert sind, dass man über sie berichtet, so viele interessante Geschichten, Menschen und Entwicklungen. Und zwar in einer Art und Weise, die auch erwachsene und anspruchsvolle Leser goutieren. Immer auch mit einem subjektiven Anstrich, ohne Angst, das Wort “Ich” zu benutzen. Genau das fehlt mir allerdings bei vielen Spiele-Websites, bei denen News-Aktualität und Klick-trächtige Themen zumeist im Vordergrund stehen. Eine Problematik, die dieser Artikel auf Medium.com recht treffend zusammenfasst.

So sah spielejournalist.de früher mal aus.

So sah spielejournalist.de früher mal aus.

Der spielejournalist.de-Leser scheint allerdings zeitlose, subjektive Inhalte zu schätzen, wie eine sorgfältige Analyse der Zugriffsstatistiken ergeben hat. Meine Idee eines zeitlosen Game-Blogs mit qualitativ hochwertigen Texten scheint immer besser anzukommen – seit dem Relaunch des Designs Anfang 2016 besuchen täglich immer mehr Menschen diese Website. An sehr guten Tagen sind es schon mal bis zu 1000 einzelne Besucher. Pro Monat darf ich hier durchschnittlich im Monat etwa 10.000 Unique Visitors begrüßen, Tendenz steigend. Das ist noch keine wahnsinnig beeindruckende Zahl – aber zumindest eine Bestätigung, dass mein Konzept Anklang findet.

Journalismus ist nicht umsonst

Nun komme ich aber endlich zum Kernproblem an der Sache: All die Texte der jüngeren Vergangenheit, die man auf spielejournalist.de findet, sind Liebhaberartikel leidenschaftlicher Autoren, die für ein Taschengeldhonorar (30 bis 75 Euro) oder (jetzt fühle ich mich gleich ziemlich schlecht) für ein Spiele-Rezensionsmuster und teilweise gar umsonst verfasst wurden. Auch wenn ich selbst in die Tasten haue, tue ich das grundsätzlich in meiner knapp bemessenen Freizeit, in der Regel also nachts. Doch ewig werde ich nicht auf den Enthusiasmus fähiger Autoren zählen können. Und ich brauche auch irgendwann meinen Schlaf, die 40 rückt schließlich näher.

Obendrein zahle ich sämtliche für spielejournalist.de anfallende Ausgaben aus der eigenen Tasche. Das habe ich bisher gerne getan, aber auf Dauer werde ich das nicht so handhaben können. Ich muss zumindest einen Weg finden, ein paar Einnahmen zu generieren, um damit Autorenhonorare, Website-Wartung und sonstige Zeitinvestitionen decken zu können.

Wie das gehen soll? Weiß ich selbst auch noch nicht. Mir schweben einige konkrete Ideen vor, die ich aber vorerst noch  für mich behalte. Ich bin übrigens jederzeit offen für Vorschläge und Kooperationen seitens Medienmachern, Verlagen und potenziellen Sponsoren: Mail genügt.

Was mich außerdem sehr interessiert: Welche Art von Werbung beziehungsweise welche Finanzierungsformen könntet ihr, die Leser, euch vorstellen? Habt ihr Meinungen, Anregungen, Wünsche? Dann schreibt mir hier, auf Facebook oder via Twitter!

Die Vision: Inhalte für Gourmets und Genießer

Es wird sich auf jeden Fall in der kommenden Zeit etwas tun (müssen). Ich kann mir sogar vorstellen, dass – sollte meine Vision aufgehen – spielejournalist.de in Zukunft noch deutlich mehr Inhalte bieten wird, als es derzeit der Fall ist. Und auch spannende neue Formate sind denkbar: Gehaltvolle Podcasts und Videointerviews mit ausgewählten Gästen aus der Spieleindustrie etwa, aufwendige Vor-Ort-Reportagen aus den kleinen und großen Studios dieser Welt, Twitch-Exkursionen oder auch mal das eine oder andere moderierte Let’s Play zu ausgewählten Titeln, das man sich auch als Volljähriger gerne ansieht. Ideen, fähige Mitstreiter und Herzblut sind massig vorhanden.

Egal, was auch passieren wird, mir ist in jedem Fall wichtig, dass hier alles transparent bleibt: spielejournalist.de ist und bleibt ein unabhängiges Blog – aber auch Blogs können eben den Sprung in die Professionalität wagen und schaffen.

Meine Rolle dabei? Als Chefredakteur die Website verwalten, koordinieren und stetig verbessern – und natürlich weiterhin (und dann hoffentlich wieder regelmäßiger) als Autor aktiv sein. Das Schreiben für spielejournalist.de ist etwas, das ich wirklich liebe – aber eben immer ganz weit hinten anstellen muss, solange es ausschließlich aus Spaß an der Freude geschieht. Ich hoffe, dass sich das bald ändert.

Liebe Grüße,

Benedikt

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