Klassiker-Check: Final Fantasy 7

Final Fantasy VII wird auch heute noch gerne als Meilenstein der Videospielgeschichte bezeichnet. Abseits des eigentlichen Spiels gilt das aber auch für die Umstände seines Erscheinens: So war dessen Entwickler Squaresoft (heute Square Enix) eigentlich immer Nintendos treuer Haus- und Hofentwickler gewesen – bis es zu Unstimmigkeiten kam und man die Plattform wechselte. Statt, wie ursprünglich geplant, für das Nintendo 64 zu erscheinen, landete Final Fantasy VII letztlich auf der neuen PlayStation von Sony, was auf dem Videospielmarkt einem Erdbeben gleichkam. Sony übernahm damit 1997 nämlich auch die Marktführerschaft in Japan (damals der wichtigste Markt) und der Westen bekam, ganz nebenbei,  auf großer Bühne ein erstklassiges Fernost-Konsolen-Rollenspiel präsentiert. Okay, nach dieser kurzen Geschichtsstunde endlich zum eigentlichen Spiel:

Von Sebastian Essner

Auf sein Substrat reduziert, thematisiert Final Fantasy VII den für Videospiele typischen und etablierten Kampf zwischen Gut und Böse. Am Anfang ist das die rebellische Avalanche-Gruppe gegen den mächtigen Shinra-Konzern, später Cloud Strife mit seinen Verbündeten gegen den Schurken Sephiroth. Jeder Charakter hat dabei seine eigene Hintergrundgeschichte und individuellen Motive, sich dem Kampf anzuschließen. In Deutschland litt die Faszination dieses packenden Plots sicherlich unter der höchst mäßigen Lokalisierung, die dadurch entstand, dass die einzelnen Textkästen nicht variabel angepasst werden durften – ein Mangel, der erst zwei Jahre später beim Nachfolger Final Fantasy VIII behoben wurde. Wer über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügt, sollte also unbedingt zur englischen Version des Rollenspiels greifen.

Cloud blickt in Richtung des Reaktors mit dem der Shinra-Konzern den Planeten seiner Energie beraubt.

Cloud blickt in Richtung des Reaktors, mit dem der Shinra-Konzern den Planeten seiner Energie beraubt.

Während die Geschichte von Final Fantasy VII also auch heute noch gefällt (zumindest in der englischen Fassung) und einen regelrecht mitnehmen kann (Aeris!) und der Soundtrack aus der Feder von Nobuo Uematsu nach wie vor begeistert, ist das Kampfsystem mit seinen Zufallskämpfen definitiv in die Jahre gekommen. Besserung ist hier allerdings mit dem auf der E3 2015 angekündigten Remake von Final Fantasy VII in Sicht, das eine deutlich zeitgemäßerere Mechanik bieten soll. Wie genau diese aussehen soll, wurde bisher jedoch leider noch nicht verraten.

Eine Sache, die dagegen heute noch in Final-Fantasy-Spielen vorgefunden werden kann, ist das Materia-System. Es bedeutet, dass ihr Materia mit verschiedenen Eigenschaften in Waffen und Rüstung stecken und diese damit entsprechend verändern beziehungsweise anpassen könnt. Bemerkenswert ist, dass man dieses komplexe System schnell gelernt hat und damit dann ganz individuelle Vorgehensweisen austüfteln kann – etwas, das nicht jedem Spiel so einfach und unkompliziert gelingt. Außerdem bringt das Suchen nach neuer Materia ein gehöriges Stück Langzeitmotivation mit sich.

Während die Story von "Final Fantasy VII" auch heute noch begeistert, ist das antiquierte Kampfsystem mit seinen nervigen Zufallsbegegnungen reif fürs Museum.

Während die Story von “Final Fantasy VII” auch heute noch begeistert, ist das antiquierte Kampfsystem mit seinen nervigen Zufallsbegegnungen reif fürs Museum.

Interessierte Spieler haben in Bezug auf die erhältlichen Versionen von Final Fantasy VII heute die Qual der Wahl: Im PlayStation Network ist nämlich zum einen die eingedeutschte Fassung erhältlich, welche dann auf PS3, PSP und Vita genutzt werden kann. Kürzlich wurde jedoch auch die hochaufgelöste PC-Version für PS4 veröffentlicht, die auch in Englisch genossen werden kann. Hier sehen die vorgerenderten Hintergründe zwar mitunter arg grobpixelig aus, aber aufgrund der besseren Lokalisierung ist diese meiner Meinung nach vorzuziehen. Geduldige Naturen können natürlich auch auf Final Fantasy VII Remake warten. Bis zu dessen Release werden allerdings noch viele Monde vergehen.

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1 Kommentar

  1. Hey,
    ich muss ja zugeben das ich kein großer Final Fantasy Fan bin. Habe zwar eine Playstation seitdem es diese in Deutschland gibt, aber das Spiel selbst ist an mir vorbei gegangen, egal welcher Teil.

    Ich selber bin erst ab Final Fantasy 13 eingestiegen, im Gegensatz zu vielen anderen finde ich den Teil sogar sehr gelungen und mir gefällt das Spiel noch heute und spiele es ab und zu auch noch. Ich fand auch Final Fantasy 13-2 gut.

    Aber gut …

    Später habe ich mir dann für die Playstation 3, weil es sich anbot, Final Fantasy 10 und 10-2 HD gekauft und angetestet. Fand es auch ganz okay aber wirklich verstehen konnte ich es nicht, wieso dieses Spiel so gefeiert wurde, fand da immer noch den 13. Teil am besten.

    Habe auch ganz kurz Final Fantasy 7 auf der Ps3 angespielt und dann bin ich auf die PC Version gewechselt. Hier musste ich merken das ich einfach kein PC Spieler bin und lieber vor der Konsole sitze, habe mir dann letztens die PS4 Variante gekauft und auch einige Stunden gespielt. Ich selber muss leider zugeben das ich mit dem Spiel nicht warm werde. Keine Ahnung wie es ausgesehen hätte, wenn ich es schon damals gespielt hätte, ob ich dann eine andere Meinung zum Spiel hätte?

    Keine Ahnung!

    Den Soundtrack finde ich jedoch gut und auch die Charaktere gefallen mir sehr – ich werde aber nun auf das Remake warten und mir das mal angucken, wobei ich skeptisch bin was das mit den Episoden angeht.
    Final Fantasy 15 kommt ja auch noch, habe die Demo gespielt und bin sogar begeistert und warte darauf schon gespannt. Ende März werden wir ja erfahren wann das Spiel erscheinen wird.

    LG
    Dennis

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