Lange, sehr lange konnte ich der Versuchung widerstehen. Doch schließlich war die dunkle Seite des Hypes stärker. Ja, auch ich bin mittlerweile im Star-Wars-Fieber.

Von Stephan Petersen

Stars Wars: Das Erwachen der Macht habe ich während er vergangenen Feiertage endlich geschaut . Passend dazu zocke ich aktuell einige Star-Wars-Games. Neben Star Wars Battlefront hat auch ein Oldie aus dem Jahr 1998 den Weg auf meine Festplatte gefunden. Star Wars: Rebellion gehört zu den eher weniger bekannten Titeln – etwa im Vergleich zum Quasi-Nachfolger Star Wars: Empire at War – aus dem Sternenkrieg-Universum. Das ist schade. Immerhin macht es in kaum einem anderen Strategiespiel so viel Spaß, die Galaxie zu retten oder wahlweise zu unterjochen.

1982 erschien mit dem Shoot‘em-Up Star Wars: The Empire Strikes Back zum gleichnamigen Kinofilm das erste von zahlreichen Star-Wars-Videospielen. Der Kampf zwischen der hellen und der dunklen Seite wurde in den unterschiedlichsten Genre ausgefochten, beispielsweise in Weltraum-Flugsimulationen, Rail- und Ego-Shootern. Star Wars: Rebellion stellte eine Premiere dar. Schließlich war es das erste im Star-Wars-Universum angesiedelte Strategiespiel.

Rebellion_1

Luke Sykwalker oder Darth Vader dingfest machen

Thematisch beginnt Star Wars: Rebellion nach Episode IV – Eine neue Hoffnung, also nach der Schlacht bei Yavin und der Vernichtung des Todessterns. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über das Imperium oder die Rebellenallianz. Das Ziel: Das gegnerische Hauptquartier zu erobern und die jeweiligen Anführer gefangen zu nehmen (Luke Skywalker und Mon Mothma beziehungsweise Imperator Palpatine und Darth Vader). Die meiste Zeit verbringt man auf einer virtuellen Galaxiekarte, die aus Sektoren besteht, in denen sich wiederum mehrere Planeten befinden. Dort baue ich Raumschiffe für meine Flotten, rekrutiere Truppen sowie Spezialeinheiten, produziere Verteidigungsanlagen sowie Raffinerien und Minen für den Ressourcenabbau. Genau hierin liegt für mich ein großer Reiz. Ich mag Strategiespiele, in denen ich mich um das große Ganze kümmere. So etwa die Total-War-Serie, in der ich mich auf die Reichsverwaltung konzentriere und die Echtzeitgefechte im Regelfall berechnen lasse.

In Star Wars: Rebellion darf ich mich natürlich auch als militärischer Anführer versuchen. Allerdings nur in Echtzeit-Raumschlachten, in denen ich auch Angriffstaktiken festlegen kann. Landungsversuche und Abwehrkämpfe auf Planeten werden hingegen automatisch berechnet. Das Imperium darf sogar, genügend Ressourcen vorausgesetzt, einen neuen Todesstern errichten.

Neben der Planetenverwaltung sind die Charaktere das zweite wesentliche Spielelement. Anfangs nur mit einer Handvoll Recken ausgestattet, wächst die Anzahl der Protagonisten stetig. Darunter befinden sich neben den bekannten Hauptfiguren etliche Nebencharaktere wie beispielsweise General Veers (der den berühmten AT-AT-Angriff auf Hoth in Episode V – Das Imperium schlägt zurück kommandiert). Die Charaktere können auf unterschiedliche Weise und je nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden: als militärische Anführer, für Sabotage- und Spionagemissionen, zur Rekrutierung, in der Forschung oder aber Diplomatie. Das Besondere: In Star Wars: Rebellion schreibe ich die Geschichte selbst fort. Das hat mir sowohl 1998 als auch heute riesigen Spaß gemacht.

Ein wenig Excel-Charme 

Natürlich ist in nicht alles perfekt. Hauptkritikpunkt ist damals wie heute die fummelige Steuerung. Ständig laufen neue Meldungen ein – die Spielgeschwindigkeit lässt sich aber anpassen -, benötigen Charaktere (und die unzähligen Spezialeinheiten) neue Befehle, Fabriken, Kasernen und Werften neue Bauaufträge. Das kann in wahre Klickorgien ausarten. Fenster wollen hin- und hergeschoben werden. Star Wars: Rebellion versprüht fast den Charme eines Tabellenkalkulationsprogramms, wären da nicht der geniale Sound und die starke Star-Wars-Atmosphäre. Auch dürfte die KI etwas aktiver sein – nur auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gibt es so etwas wie eine Herausforderung.

Rebellion_5

Wer wahlweise die Galaxie retten oder sie vom Rebellenpack befreien möchte, der hat dank der Vertriebsplattform GOG.com die Möglichkeit dazu. Dort gibt es Star Wars: Rebellion für 5,49 Euro in einer für aktuelle Betriebssysteme optimierten Version – komplett auf Deutsch mit den Original-Synchronsprechern.

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmail