Bladestorm: Nightmare: spielejournalist.de-Interview mit Produzent Akihiro Suzuki

Tecmo Koei schraubte bereits 2007 an der Dynasty-Warriors-Formel. Das Ergebnis: das deutlich strategischere Bladestorm. Nach eher mäßigem Kritikererfolg schicken die Japaner das Spiel für PlayStation 4 und Xbox One als Bladestorm: Nightmare erneut in den Ring. spielejournalist.de hat zu diesem Anlass ein E-Mail-Interview mit Akihiro Suzuki geführt. Der hält bei dem Studio Omega Force als Produzent und Director bei der Dynasty-Warriors-Reihe die Zügel in der Hand.

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spielejournalist.de: Wie wichtig ist Ihnen historische Korrektheit, wenn sie ein Spiel wie Bladestorm entwickeln? Schließlich haben Charaktere wie Edward der Schwarze Prinz oder Jeanne D’arc das Ende des Krieges eigentlich nicht erlebt.

Akihiro Suzuki: Das oberste Prinzip für unser Team ist es, einen historischen Fakt in seinen Grundzügen, in seiner Note wiederzugeben. Offensichtlich unterscheiden sich die Vorbilder und unsere Charaktere wegen des Spielablaufs oder der Handlung in manchen Eigenheiten oder dem Erscheinen. Trotzdem, unsere oberste Prämisse ist es, sicher zu gehen, dass wir diese Note treffen.

Wo wir gerade dabei sind: Gibt es historische Belege für Plattenrüstung für Frauen, die den Brüsten der Trägerinnen angepasst werden?

Offensichtlich gibt es einige Beschränkungen, was Frauen der Geschichte angeht, die tatsächlich Rüstungen trugen. Nichtsdestotrotz haben wir uns während unserer intensiven Recherche der Geschichte des Hundertjährigen Krieges einige weibliche Figuren angesehen. Wir tun nun unser Bestes für das Spiel, indem unsere Charaktere das echte Bild oder zumindest die beste Variante davon repräsentieren.

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“Bladestorm: Nightmare”

In der laufenden Debatte um Sexismus in Videospielen ist ihr Studio Omega Force zuletzt mit Hyrule Warriors in den Fokus gerückt: Der Charakter Cia hat mit einem sehr offenherzigen Outfit einen Nerv getroffen. Wie sensibel ist ihr Unternehmen in diesen Fragen und wie gehen sie mit diesem Thema in ihren Spielen um?

Als Produzent und nicht als Stimme des Unternehmens gesprochen, kann ich sagen, dass wir uns insbesondere für die Dynasty-Warriors-Reihe Grenzen auferlegen, wie wir weibliche Charaktere anziehen und welche Accessoires sie tragen. Wie eingangs erwähnt, geht es uns darum, so treu wie möglich mit unserer Repräsentation zu sein. Dass wir so nah wie möglich an die echten Charakteristiken und das Aussehen kommen. Und deswegen führen wir vor jeder Implementierung im Spiel eine intensive Recherche durch. Und damit schaffen wir auch die Verbindung zu unseren Spielern: Gerade in Dynasty Warriors haben wir eine Vielzahl von Zockerinnen, die es bevorzugen, mit unseren weiblichen Figuren zu spielen. Deswegen sage ich, dass wir zumindest mit unseren Spielen die richtige Balance treffen. Und sicherlich wird es da andere Meinung zum Thema geben, aber wir finden, dass wir als Team die richtige Herangehensweise gewählt haben.

Zurück zu Bladestorm: Wie passt denn der Charakter Christine de Pizan in diese Gleichung? Tatsächlich ist sie sowas wie eine frühe feministische Autorin gewesen, im Spiel wird sie aber als sexy Alchemistin in Fischnetz-Strumpfhose und High Heels dargestellt. 

Christine und Cia

Je nach Charakter müssen wir die Erscheinung oder Eigenschaften natürlich anpassen, auch wie sie agieren oder sich bewegen, im Bezug auf den Rahmen der historischen Begebenheiten. Da geht es rein darum, der Story unseres Spieles Rechnung zu tragen. Ich denke, die Charaktere die wir einbinden, unterscheiden sich natürlich von ihren Vorlagen, aber wir gehen schon sicher, dass wir dabei nicht über die Strenge schlagen und sie völlig abwegig gestalten.

Wenn Sie die Gelegenheit hätten, an der Seite einer Ihrer Charaktere zu kämpfen, mit wem würden Sie wieso in die Schlacht ziehen?

Ich würde Margaret (dt. Version: Branwyn) mitnehmen, weil ich ihre Waffe mag: den Bogen. Ich würde mich sicherer fühlen mit einem unterstützenden Pfeilhagel hinter mir.

Wir danken Ihnen für das Gespräch. 

Das Interview führte Jan-Christoph Keßler. 

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1 Kommentar

  1. “Als Produzent und nicht als Stimme des Unternehmens gesprochen, kann ich sagen, dass wir uns insbesondere für die “Dynasty Warriors”-Reihe Grenzen auferlegen, wie wir weibliche Charaktere anziehen und was sie für Accessoires tragen. Wie eingangs erwähnt, geht es uns darum, so treu wie möglich mit unserer Repräsentation zu sein. Dass wir so nah wie möglich an die echten Charakteristiken und das Aussehen kommen. Und deswegen führen wir vor jeder Implementierung im Spiel eine intensive Recherche durch.”

    Da wäre die Frage, wie diese Recherche aussieht?

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