Der Spielejournalist – Teil 14: Die schönen Seiten der Selbstständigkeit (ja, wirklich!)

Sehr häufig habe ich in diesem Blog von den Schattenseiten der Selbstständigkeit berichtet, zum Beispiel von jeder Menge Stress, Honorar-Dumping, Magazinkrisen und dem System der Angst, dem viele Freelancer ausgesetzt sind. Ja, der Journalismus ist ein hartes Geschäft; das war er schon immer.

Von Benedikt Plass-Fleßenkämper

Doch ich wäre nicht seit über 13 Jahren selbstständig, wenn nicht letztendlich das Positive überwiegen würde. Ist im Grunde wie eine lange Ehe: Einiges nervt, manche Gegebenheiten und Gewohnheiten werden sich nie mehr ändern, hin und wieder möchte man davonlaufen, aber unterm Strich will man es ganz genauso haben. Denn es ist eine fantastische Sache, so lange für etwas Liebe, Enthusiasmus und Leidenschaft zu empfinden. Also wird’s mal höchste Zeit, die schönen Seiten der Selbstständigkeit hervorzuheben. Los geht’s.

Ich bin mein eigener Chef  

Ich habe keinen Vorgesetzten, niemanden, der mich triezt, nervt oder sonstwas. Ich kann tun und lassen was ich will — zumindest theoretisch. Aber das ist schon eine wirklich gute Sache, ich muss am Ende des Tages nur einem Rechenschaft über mein Tun und meine Arbeitsleistung ablegen: mir selbst.

Ich kann dann arbeiten, wann es mir gerade passt

Okay, auch das ist eher theoretischer Natur. Aber ich bin definitiv flexibler als so mancher Angestellter. Ich bin ein Morgenmuffel, deshalb selten vor neun Uhr im Büro anzutreffen. Das wäre in vielen anderen Berufen gar nicht möglich.

Mal was aus dem Nähkästchen: Donnerstags um halb fünf ist für meinen Sohn und mich Fußball-Zeit bei den Bambini der legendären TSG Weinheim (deren Co-Trainer ich im Übrigen bin, ahem). Da kann kommen und wollen, was will, da bin ich für niemanden beruflich erreichbar. Und wenn meine Frau mich braucht, damit ich die Kleinen vom Kindergarten abhole, dann mache ich das einfach. Oder ich kann auch einfach mal eine Pause einlegen, laufen gehen, ein bisschen lesen, einen einigermaßen geistreichen Blogeintrag verfassen, was auch immer. Und so weiter. Das ist purer Luxus, den ich über die Jahre sehr zu schätzen gelernt habe.

Jeder Tag ist spannend

Kaum ein Tag in meinem Job gleicht dem vorherigen. Ich liebe es, neue Projekte anzugehen, interessante Menschen kennenzulernen, Visionen zu kreieren und umzusetzen. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen: Ich freue mich immer noch auf jeden neuen Tag im Büro! Wer weiß schon, was er Spannendes bringt?

Spiele, viele Spiele

Egal, was so mancher auch behauptet: Der Spielejournalismus ist alles anderes als tot. Dafür erscheinen einfach viel zu viele Titel, über die es sich zu berichten lohnt. Und das Beste daran: die meisten davon landen auf meinem Schreibtisch. Gerne und oft auch schon weit vor dem offiziellen Erscheinungstag. Ich nehme sie alle mit einem freudigen Gefühl in Empfang, selbst nach all den Jahren noch: Aufwendige Special Editions, gebrannte Testmuster, Promo-Discs, Standard-Verkaufsversionen.

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“Destiny” und Heineken: Feierabend!

Ja, ich gebe es zu: Ich beobachte mit Genugtuung, wie sich das plassma-Archiv füllt, denn das zeigt mir, dass ich scheinbar irgendwas richtig gemacht habe. Netter Nebeneffekt: Ich baue mir hier mein eigenes kleines Spielemuseum auf — und kann es jederzeit besuchen, falls ich möchte. Sei es nun aus Recherchegründen oder im Rahmen eines nostalgischen Anfalls.

Fantastische Kollegen

Ich arbeite zwar gerne für mich, doch ohne meine geschätzten Kollegen und Mitarbeiter wäre das nur halb so befriedigend. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich einige verdammt coole Frauen und Männer kenne und mit diesen auch noch zusammenarbeiten darf. Danke euch — auch dafür, dass ihr meine Launen stets ertragt.

Reisen, Messen, Events

Seit ich Vater bin, habe ich meine Reisefrequenz stark zurückgefahren. Doch es gibt immer wieder das eine oder andere Presse-Event, eine Messe oder sonstige Termine, die mich aus dem Büro locken. Gerade die gamescom ist einen Besuch wert, weil sich das Ganze wie ein großes Familientreffen anfühlt.

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